Fahrenheit 451 – Ray Bradbury

In einem Staat der nahen Zukunft ist die Feuerwehr nicht mehr dazu da um Brände zu löschen sondern um verbotene Bücher zu verbrennen. Verboten sind eigentlich fast alle Büche, wenn es nicht gerade irgendwelche Dienstvorschriften sind. Die Menschen in Bradburys düsterer Zukunftsvision sind abgestumpft und pumpen sich den ganzen Tag mit audiovisuellen Reizen voll. Guy Montag, einer der Feuerwehrleute, fängt an zu zweifeln und sein Handeln zu hinterfragen.

Als ich diese Buch zur Hand nahm befürchtete ich, dass das Buch zwar inhaltlich und schriftstellerisch gut ist, dass es aber ähnlich anstrengend zu lesen ist, wie ein Roman von Lem. Aber glücklicherweise habe ich mich geirrt. Das Buch ist munter hintereinander weg geschrieben (im Vorwort spricht Bradbury von einer Schreibdauer von 9 Tagen) und könnte auch ohne Problem und mit genug Zeit in einem Rutsch gelesen werden.
Der Hauptprotangonist Montag begegnet am Anfang des Buchs dem Mädchen Clarisse, die nicht so abgestumpft ist, wie die meisten anderen Menschen und ihn mit einfachen Gesprächen aus seiner Lethargie reißt. Montag versteckt einige Bücher, die er verbrennen sollte, und stellt sich gegen das Gesetz. Er ist daraufhin genötigt sein altes Leben komplett aufzugeben und zu fliehen.
Interessant ist die Theorie, warum die Bücher verbrannt werden. Zum einen regen sie den menschlichen Verstand zu sehr und an und verhindern damit, dass die Menschen glücklich sind, zum anderen wurden die Bücher verboten, weil ihre widersprüchlichen Inhalte zu Verwirrung führen können und den Unmut aller möglichen Minderheiten erregten.
Die beschriebene Zukunftsvision ist auch 55 Jahre nach dem ersten erscheinen des Buches noch authentisch. Sicherlich gibt es kleine Details, die nicht mehr zeitgemäß sind. So gibt es etwa keine direkte Kameraüberwachung, aber wahrscheinlich ist ein Staat von Denunzianten ähnlich effektiv.


1 Antwort auf “Fahrenheit 451 – Ray Bradbury”


  1. 1 freddy 11. November 2008 um 20:18 Uhr

    es gibt da auch ein ganz tolles Buch, in dessen Handlung der Bevölkerung der Fleischkonsum untersagt wird und infolge dessen ein florierender Kadaverhandel entsteht.

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